Störche

Welche Störche kommen an den Torfgraben?

Von den weltweit vorkommenden Storchenarten sind in Europa Weißstörche sicherlich die bekannteste. Bisher sind auch nur diese, auch als Adebar oder Klapperstörche bekannten Vögel zu uns an den Torfgraben gekommen. Weißstörche gehören zur Familie der Störche und somit zur Ordnung der Schreitvögel. Andere bekannte Storchenarten sind zum Beispiel der Marabu oder der Nimmersatt. Klapperstörche sind bis auf die schwarzen Schwungfedern weiß gefiedert und haben rötliche Schnäbel und Beine. Ausgewachsene Tiere haben eine Flügelspannweite von 200 bis 220 cm und wiegen 2,5 bis 4,5 kg. Weißstörche fliegen stets mit gestrecktem Hals und sind dadurch im Flug gut von Graureihern zu unterscheiden, die hier in der Gegend häufig vorkommen, ihren Kopf im Flug jedoch dichter am Körper führen.

Der Weißstorch war in den Jahren 1984 und 1994 Vogel des Jahres. Vogel des Jahres 2020 ist übrigens die Turteltaube.

Weiterer Fakt am Rande: Die Auszeichnung zum deutschen Vogel des Jahres wird vom NaBu vergeben, dessen Logo auch einen Weißstorch zeigt.

Wo sind die Störche im Winter?

Weißstörche sind Zugvögel, die den Winter südlich der Sahara verbringen. Dort leben sie mit Vorliebe in offenen und feuchten Landschaften, ähnlich derer, die sie hier gerne aufsuchen. Sie nehmen die weite Reise in Kauf, da es für sie in Europa größtenteils zu kalt zum Überwintern ist. In den trockenen Sommern Afrikas finden die Klapperstörche jedoch zu wenig Nahrung, um ihre Jungen großzuziehen. Daher sind sie gezwungen, jährlich tausende Kilometer zurückzulegen, um das Bestehen ihrer Art zu sichern. Störche sind ausgezeichnete Gleiter. Sie nutzen Thermik, also aufsteigende warme Luft, um mit sehr wenig Kraftaufwand sehr viel Höhe zu gewinnen. Diese nutzen sie dann, um lange Strecken ohne Flügelschläge zu gleiten. Diese kraftsparende Fortbewegung ermöglicht es den Weißstörchen, jedes Jahr diese unvorstellbaren Distanzen zurückzulegen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Weißstörche, die im Osten Brandenburgs den Sommer verbringen, es ihren osteuropäischen Artgenossen gleichtun, ist recht hoch. Das bedeutet, dass es sich bei den Rüdersdorfer Störchen vermutlich um Ostzieher handelt. Ostzieher fliegen über den Balkan und den Bosporus, durch die Türkei und über den Nahen Osten zur Halbinsel Sinai, wo sie den afrikanischen Kontinent erreichen. Von dort aus geht es durch Ägypten das Niltal entlang Richtung Ostafrika oder sogar bis in den südlichen Teil des Kontinents.

Auch wenn wir es nicht mit Sicherheit sagen können, gehen wir doch fest davon aus, dass die Torfgrabenstörche im Winter also wahrscheinlich im östlichen oder sogar im südlichen Afrika zu finden sind.

Warum wird der Weißstorch auch Adebar oder Klapperstorch genannt?

Dass wir die Weißstörche auch gerne als Klapperstörche bezeichnen, hat natürlich den naheliegenden Grund, dass sie so gerne mit ihren Schnäbeln klappern. Aber warum machen die Störche das? Im Gegensatz zu anderen Vögeln haben die Störche keine sehr ausgeprägte Singstimme. Singvögel beispielsweise nutzen in der Balzzeit ihre Stimme, um die Partnerinnen ihrer Wahl von sich zu überzeugen. Aufgrund der fehlenden Singstimme, nutzen Weißstörche hierfür das Klappern ihrer Schnäbel. Außerdem versuchen sie so, Eindringlinge aus der Nähe ihres Nestes zu vertreiben oder verkünden ihre Rückkehr ins heimische Nest.

Die Bezeichnung Adebar hat zwei unterschiedliche Deutungsweisen:
Zum einen die altnordische Interpretation als „Sumpfläufer“ bzw. der, „der durch den Sumpf schreitet“. Diese Deutung ist natürlich auf den Lebensraum und vor allem auf das Futtersuchverhalten der Weißstörche zurückzuführen.
Zum anderen existiert die altsächsische Interpretation der Bezeichnung als „Glücksbringer“. Diese Deutung lässt sich auf den alten Volksglauben zurückführen, nach dem Weißstörche Glück und gelegentlich auch Kinder bringen. Vermutlich basiert dieser Glaube auf der langen wechselseitig positiven Beziehung der Menschen und der Weißstörche. Diese wurden schon in der Bibel mehrfach erwähnt und haben sich im Laufe der Jahrtausende zu Kulturfolgern entwickelt, denen die Nähe zu Menschen Vorteile bei der Lebensweise und Nahrungsbeschaffung bringt. Dieses Verhalten ist für Vögel dieser Größe äußerst ungewöhnlich.

Woher wissen wir das alles?